Dipl. Pädagogin - Akad. Sprachtherapeutin
Wie selbstverständlich ist es zu sprechen und zu verstehen. Wie schmerzhaft und einschneidend ist der Verlust der Sprache. Im Erwachsenenalter erleiden die meisten Menschen dieses Schicksal durch Aphasie.
Aphasien sind zentrale Sprachstörungen, die sich auf alle expressiven und rezeptiven Modalitäten beziehen können. Sprechen, Verstehen sowie Lesen und Schreiben können betroffen sein.
Aphasie stellt für die Betroffenen und die Angehörigen Einbußen der bisherigen Lebensqualität bis hin zum Verlust bisheriger Lebensbezüge dar. Eine der wichtigsten Aufgaben der Therapie liegt in der Information über die Krankheit und über Bewältigungsmöglichkeiten. Sowohl der Betroffene als auch seine Umwelt müssen den Umgang mit der Krankheit lernen. Das weitere große Therapieziel liegt natürlich in der Verbesserung der sprachlichen Kompetenzen.
Sprechstörungen im Erwachsenenalter, Dysarthrie oder Dysarthrophonie genannt, sind zentral oder peripher bedingte motorische Störungen der ausführenden Sprechorgane. Sie äußern sich durch mangelnde Artikulationsgenauigkeit, Artikulationsgeschwindigkeit und durch Störungen im Sprechablauf. Die Ursachen können sowohl prozessualen Charakter haben wie degenerative Erkrankungen, oder auch Folge einmaliger Ereignisse sein (z.B. Schlaganfall). Dysarthrien treten selten isoliert auf. Gleichzeitig können eine Schluckstörung (Dysphagie) und/oder eine Aphasie und/oder eine Sprechapraxie auftreten.
Bei einer Sprechapraxie wird die zentrale Planung und Programmierung der Sprechbewegung behindert. Die Lautstruktur von Wörtern und Sätzen ist gestört. Sprachliche Äußerungen sind häufig von Suchbewegungen begleitet.
Im Mittelpunkt der Beratung und Therapie steht der Mensch, der durch orofaciale Stimulationstherapie und durch Artikulations- und Schlucktraining eine Förderung der Sprechabläufe und der Sprechorganisation erhält.