Dipl. Pädagogin - Akad. Sprachtherapeutin
Stottern ist eine Störung der Sprechflüssigkeit. Die stotternde Person unterbricht ihren Sprechfluss durch Wiederholungen, Dehnungen und Blockierungen. Erscheinungsbild und Ausmaß unterliegt großen intra- und interindividuellen Varianzen. Für Diagnose und für die Therapie wird deshalb immer ein einzelfallorientiertes Vorgehen gewählt.
Nach heutigem Erkenntnisstand ist davon auszugehen, dass dem Stottern häufig eine neurophysiologische und/oder neurolinguistische Dysfunktion zugrunde liegt. Aber auch psychosoziale Faktoren spielen eine große Rolle. Insbesondere im Zusammenhang mit Stress und Belastung scheint sich das Stottern zu verstärken.
Stottern beginnt häufig bereits im Vorschulalter. Während sich jedoch bei den meisten Kindern die Sprechunflüssigkeiten bis zum Schuleintritt von selber verlieren, manifestiert sich bei anderen ein frühkindliches Stottern. Eine möglichst frühe und individuell gestaltete Therapie, kann dazu beitragen, dass das Stottern keinen chronischen Verlauf nimmt. Die parallel stattfindende Elternberatung stellt einen wichtigen Therapiebaustein dar.
Poltern zeichnet sich durch eine hohe Sprechgeschwindigkeit mit falscher Sprechflüssigkeit aus. Das Sprechen ist unregelmäßig und unrhythmisch. Silben werden verschluckt, die Artikulation wirkt verwaschen. Poltern ist eine Kommunikationsstörung, die mit Lern-, Wahrnehmungs-, auditiven Verarbeitungs- und motorischen Störungen zusammenhängt. In der Einzelfallorientierten Diagnostik werden die Ursache-Wirkungsbezüge analysiert sodass sich die Therapieinhalte individuell nach den Störungsschwerpunkten gestaltet.