Myofunktionelle Störungen

Myofunktionelle Störungen (MFS) werden Störungen des Muskeltonus, der Muskelfunktion und der Bewegungsabläufe im Gesichts-, Mund-, Nasen- und Rachenbereich genannt. MFS sind häufig am Entstehen und Erhalt von Aussprachestörungen beteiligt. Folgen einer MFS können sein:

Insbesondere falsche Schluckmuster können zu Zahnfehlstellungen führen und sind somit häufig mitverantwortlich für ausbleibende Behandlungserfolge in der Kieferorthopädie. Die Bewegungsabläufe beim Schlucken, Sprechen und Kauen bilden ein Zusammenspiel mit Körperhaltung, Bewegung und Atmung.

Ursachen für MFS können sowohl im organischen Bereich als auch Folge eines Habits sein. Organisch bedingte Ursachen können Polypenbildung, Allergien oder Asthma sein. Als Habits bezeichnet man Gewohnheiten ohne organischen Hintergrund wie Lutschgewohnheiten, Zähneknirschen oder Zungenpressen. Die Myofunktionelle Therapie (MFT) ist eine vorbereitende, unterstützende oder begleitende Maßnahme in Zusammenarbeit mit Fachärzten aus den Bereichen Kieferorthopädie oder HNO-Medizin, oder sie wird im Rahmen einer sprachtherapeutischen Behandlung eingesetzt.

Inhalte der MFT im Vorschulalter sind Übungen und Spiele zum ganzkörperlichen Tonus- und Spannungsaufbau, Hand-/Fingermotorik und Mund-/ Zungenmotorik beeinflussen sich gegenseitig. Deshalb bauen Ball- und Fingerspiele auch Spannung im Mundbereich auf. Es gibt einen großen Fundus an Atem-, Saug-, Kau-, Blas-, Puste-, Schlürf- und Schnalzübungen, die schon mit kleinen Kindern gespielt werden können. Frühestens mit 6 Jahren beginnen die myofunktionellen Übungsprogramme, die durch ihr Gesamtkonzept Schluckreflex, Zungenruhelage und Nasenatmung habitualisieren und so ein muskuläres Gleichgewicht herstellen.