Dipl. Pädagogin - Akad. Sprachtherapeutin
"Wie kann ich wissen was ich denke,
bevor ich höre, was ich sage"
G. Walles
Sprachstörungen bei Kindern basieren auf Störungen des Spracherwerbsprozesses. Sie können alle Bereiche des Sprachsystems betreffen. Störungen zeigen sich sowohl beim Verstehen und Sprechen, als auch in kommunikativen Situationen. Im Schulalter kann es zu einem gestörten Schriftspracherwerb kommen. Schon bei Kleinkindern fällt auf, dass sie wenig lautlich imitieren. Während Altersgenossen noch vor dem Kindergartenbeginn wie kleine Wortstaubsauger täglich ihren Wortschatz erweitern, bleiben diese Kinder einsilbig.
In der Therapie werden soziale und kommunikative Basiskompetenzen ausgebaut. Der Wortschatz wird systematisch in einer ablenkungsarmen Therapiesituation erweitert. Mit einfachen Singspielen werden Rhythmus und Prosodie gefördert. Die sprachtherapeutische Förderung zielt auf die Gesamtpersönlichkeit des Kindes ab. Sprachförderung spricht immer die kindliche Persönlichkeit als Ganzes an.

Unter Sprechstörungen versteht man das fehlerhafte Bilden, das Ersetzen von Lauten und/oder eine mangelnde Artikulationsgenauigkeit. Kinder bilden den Ziellaut nicht auf korrekte Weise. So wird beispielsweise beim Lispeln der S-Laut fälschlicherweise zwischen den Zähnen (interdental) artikuliert. Oft ist das muskuläre Gleichgewicht im Mundbereich gestört. Der Muskeltonus ist gesenkt. Das Kind zeigt eine verlangsamte oder eingeschränkte Beweglichkeit der Lippen, der Zunge und des Kiefers. Das Kind atmet überwiegend durch den Mund. Manchmal sind Sprechstörungen in eine allgemeine Entwicklungsverzögerung eingebettet, manchmal liegt eine isolierte Muskelschwäche vor.